Andacht zur Jahreslosung 2022

Jesus Christus spricht: Wer zu mir kommt den werde ich nicht abweisen.(Johannes 6,37)

Die Jahreslosung ist eine ermutigende Überschrift für das neue Jahr 2022. Sie klingt ganz anders als so manches Hinweisschild aus der Kategorie „Zutritt verboten“, „Geschlossene Gesellschaft“ oder „Parken nur für Anwohner“.

Ja, Abweisungen sind nervig und kränkend. Bisweilen führen Abweisungen auch zu ungewissen Zukunftsfragen und Ängsten, wie das Schicksal unzähliger Geflüchteter erahnen lässt. Je nachdem, ob wir von Abweisungen direkt betroffen sind oder nicht, empfinden wir sie entweder für uns als bedrohlich oder als schützend.

Beschränkungen und Schranken sind allgegenwärtig; sie schaffen Sicherheit und Ordnung. Es gibt aber auch Abweisungen, die gemäß des Neuen Testamentes längst überwunden sein sollten. Paulus ringt im Epheserbrief um den Zusammenhalt unterschiedlicher Gruppen in der Gemeinde und schreibt: „In Christus seid ihr, die ihr einst fern wart, nahe geworden durch das Blut Christi. ER ist unser Friede, der aus beiden eins gemacht hat und hat den Zaun abgebrochen, der dazwischen war.“ (Epheser 2,13-14)

Der Apostel spielt hier auf eine Regelung im jüdischen Tempelbezirk an. Damals gab es tatsächlich eine Art Zaun bzw. Beschränkung, die den Zugang regelte. Bei Ausgrabungen fand man einen Kalkstein mit der Aufschrift: „Kein Fremder darf den Bereich innerhalb der Brüstung um den Tempel betreten.“ Doch in der Gemeinde soll es anders sein. Wenn Jesus niemanden abweist, der zu ihm kommt, ergibt sich daraus auch eine Ethik für seine Nachfolger. Es ist zuallererst eine innere Haltung, die bei unterschiedlichen Meinungen und trotz verschiedener Herkunft die Einheit wahrt.

Damals war es das Miteinander von Heidenchristen und Judenchristen – heute haben wir andere Themen, die Christen auseinanderdividieren können.

Was das Jahr 2022 an Herausforderungen mit sich bringen wird, wissen wir jetzt zum Jahresbeginn noch nicht. Aber eines scheint klar zu sein; gesellschaftliche Zerwürfnisse nehmen zu und der Ton wird rauer. Umso mehr lasst uns als Gemeinde ein „Licht- und Lebenshaus“ sein, das den verbindenden Geist Christi atmet.

Herz und Herz vereint zusammen
sucht in Gottes Herzen Ruh'.
Lasset eure Liebesflammen lodern
auf den Heiland zu.
Er das Haupt, wir seine Glieder,
Er das Licht und wir der Schein!
Er der Meister, wir die Brüder,
Er ist unser, wir sind sein.

Wenn Christus die Mitte ist und bleibt, sind wir um ihn herum in einem Kreis versammelt. Dieser Kreis der Einheit lässt uns gemeinsam in dieselbe Richtung schauen. Welch ein Vorrecht, mit dieser Sichtweise auch im neuen Jahr zusammen bleiben zu dürfen!

Maik Berghaus

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