Andacht Dezember 2021

Freue dich und sei fröhlich, du Tochter Zion! Denn siehe, ich komme und will bei dir wohnen, spricht der Herr.  (Sacharja 2,14)

Kaum zu fassen. Wir sind schon wieder im Dezember angekommen. Menschen haben Sehnsucht nach der richtigen Weihnachtsstimmung. Weihnachtsmärkte, Weihnachtslieder, Glühwein und Gebäck, Kerzen, Lichter, Adventskranz, Tannenbaum, Schnee, Familientreffen, Betriebsfeiern, Geschenke, Spenden, warme Worte - für viele Menschen sind das die Bausteine für die gewünschte Stimmung in der festlichen Zeit. Vor einem Jahr wurde alles auf den Kopf gestellt. Plötzlich geschlossene Geschäfte, keine Weihnachtsmärkte, gravierende Kontaktbeschränkungen und für nicht wenige Menschen ein hohes Maß an gefühlter Einsamkeit. Vieles war einfach weg oder unmöglich geworden – aber Weihnachten war trotzdem. Das war fast so wie ein Lehrstück, in dem gezeigt wurde, dass es auf so viele Dinge in der Weihnachtszeit nicht ankommt. Ein „Zurück auf Los“ mit der Chance, das gewohnte Treiben zu überdenken. Und dennoch versuchen viele in diesen Tagen, ein Jahr später, die alten Gepflogenheiten zu beleben. Da wird wieder an der Weihnachtsstimmung gebastelt, vielleicht um dem Alltag eine Zeit lang zu entfliehen, ja es wird versucht, die Sehnsucht nach Harmonie und unbeschwerter Zeit zu stillen. Auch wir als Christen finden uns schnell in dieser Strömung wieder.

Alle miteinander haben jetzt aber gesehen, dass sehr viel genommen werden kann und doch nichts selbstverständ- lich ist. Ich habe noch Worte im Ohr, wie „Das ist doch kein Weihnachten“. Weihnachten ist trotzdem! Denn es ist geschehen: Jesus Christus ist in diese Welt in aller Bescheidenheit hineingeboren. „Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, wir sahen seine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.“ Joh. 1, 14.

Wir haben den Grund zur Freude! Gott selbst hat es durch Sacharja ankündigen lassen und wir lesen das heute im Monatsspruch. Er hat sich den Seinen zugewandt. Es kann nichts Besseres passieren, als Gemeinschaft mit Gott zu haben. Und Jesus sagte „Wer mich liebt, der wird mein Wort halten; und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm nehmen.“ (Johannes 14, 23). Wenn wir auch nicht das Volk Israel sind, so dürfen wir uns doch freuen und fröhlich sein, dass auch wir durch Jesus Christus diese Gemeinschaft erleben. Wie persönlich sie nach Tod und Auferstehung Jesu Realität geworden ist, möchte ich mit 1.Korinther 6, 19 hervorheben: „Oder wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist, der in euch ist und den ihr von Gott habt, und dass ihr nicht euch selbst gehört?“. In dieser Verbundenheit mit dem Herrn durchleben wir gute und schwere Zeiten – doch niemals allein. Alles kann genommen werden, aber sein Werk hat Bestand.

Niemals allein. Vor einigen Tagen saß ich bei einem Facharzt im Wartezimmer. Im Kopf arbeitete die Sorge, wie die anstehende Untersuchung wohl verlaufen und mit welchem Ergebnis sie enden würde. Einige Tage der intensiven Vorbereitung lagen schon hinter mir und nun war der ganz persönliche Moment gekommen, in dem sich niemand vertreten lassen kann. Auf der Liege im Behandlungszimmer wurde mir bewusst, dass es von der Geburt bis zum Heimgang so viele Ereignisse gibt, denen man sich selbst stellen muss. Selbst, aber nicht allein. Meine Sorge habe ich im Gebet vor Gott gebracht und mir wurde eine Ruhe verliehen, die unbeschreiblich ist. Das ist nur ein kleines Beispiel seiner spürbaren Gegenwart – schon jetzt!

Wir dürfen den Weg gehen, den er uns zeigt. Er ist uns nahe in jeder denkbaren Situation. Er verliert dich und mich nicht aus den Augen, er hört uns jederzeit. Er weiß, was wir brauchen, noch bevor wir ihn bitten. Und das Beste kommt noch, wenn Gott das Werk vollendet: „Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden seine Völker sein, und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein“ Offenbarung 21, 3. Lasst uns danach suchen, Weihnachten so zu feiern, dass unser Herr Gefallen daran hat. Ihm zur Ehre, zu seinem Lob und zum Dank! „Gott ist gegenwärtig. Lasset uns anbeten und in Ehrfurcht vor ihn treten!“ (Liedtext von Gerhard Tersteegen).

Ein gesegnetes Weihnachtsfest Euch allen
Karsten H.

 

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.