Andacht September 2020

Ja, Gott war es, der in Christus die Welt mich sich versöhnt hat.
2. Korinther 5, 19

Zunächst fällt auf, dass der Satz mit einem bestätigenden „Ja“ beginnt. Wer nun in der Bibel nachschlägt, wird schnell merken, dass dieses „Ja“ nicht wörtlich in jeder Übersetzung zu finden ist. Der Monatsspruch ist aus der Einheitsübersetzung ausgewählt, die hier den bestätigenden Charakter der Aussage durch ein „Ja“ noch einmal hervorhebt. Die Aussage ist also inhaltlich identisch. Paulus ist es gegeben, mit einem Satz eine umfassende Botschaft zu vermitteln, die den Blick auf eine, ja auf die Wahrheit ausrichtet. Da ist erstens die Botschaft von der Versöhnung mit Gott, da ist zweitens die Botschaft von Jesus Christus als Sohn Gottes, da ist drittens die Botschaft vom barmherzigen Wirken Gottes.

Versöhnung mit Gott? Viele Menschen denken, alles selbst gestalten zu können. Dadurch rückt das „Ich“ in den Vordergrund. „Gott wird sehen, was ich Gutes
getan habe und das ich ganz okay bin.“ Wer dazu noch die Existenz Gottes in Frage stellt, setzt vielleicht noch davor „Wenn es den lieben Gott überhaupt gibt, dann wird er sehen, was ich Gutes getan habe und dass ich ein guter Mensch bin. Dieser wird sich fragen: „Warum Versöhnung mit Gott? Was habe ich ihm getan? Ich bin doch okay.“ Dass der Mensch schon in diese Entfremdung und von Gott und damit in die Verlorenheit hineingeboren ist, können sie nicht wissen, wenn es ihnen niemand sagt. Vom Sündenfall durch Adam und Eva haben sie sehr wahrscheinlich irgendwo mal gehört, sehen aber darin eine Geschichte und keinen Zusammenhang zum eigenen Leben. Und wem die Barmherzigkeit Gottes begegnet, der kann durch diese eine Aussage des Paulus plötzlich fragend werden: Was ist denn da eigentlich los? Was hat das zu bedeuten? Gott? Christus? Versöhnung?

Wir sind durch Gottes Wort mehr als reich beschenkt. Dass wir schon im Glauben leben und von der Versöhnung erfahren haben, ist nicht unser Werk. Das Wort Gottes hat unsere Herzen erreicht und die Botschaft von Jesus Christus unser Leben verändert. Jesus sagt, nachzulesen in Johannes 14,6: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zum Vater, denn durch mich“. Das haben wir doch mit Freude als Wahrheit erkannt und halten uns gern an Jesus. Unser Monatsspruch ist für uns aber auch ein Weckruf, denn da ist die Rede von der Welt. Uns ist eine kostbare Botschaft anvertraut! Was machen wir damit? Jesus sagt: nachzulesen in Johannes 5, 24: Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben und kommt nicht in das Gericht, sondern er ist vom Tode zum Leben hindurchgedrungen. Diese Botschaft behalten wir doch nicht etwa für uns, oder? Wir warnen doch auch fremde Menschen, wenn irgendwo eine Gefahr droht, damit sie bewahrt bleiben. Nun aber geht es um das ewige Leben! Wieviel mehr ist das! Wären wir dann nicht auch in einer Ich-Bezogenheit gefangen, wenn uns das genügt: Ich habe erkannt, ich glaube, ich bin erlöst, ich bin versöhnt mit Gott? Sollten wir es nur dankbar annehmen und an den großen Rest der Welt nicht mehr denken? Jesus sagte zu den Jüngern, nachzulesen in Johannes 20, 21: „Friede mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.“ Machen wir uns doch auch (wieder) mehr auf den Weg, die frohe
Botschaft dort zu sagen, wo sie noch nicht angenommen ist. Die Menschen müssen doch erfahren, was Gott über Jesus gesagt hat, nachzulesen in Matthäus 3, 17: „Dies ist mein lieber Sohn, an welchem ich Wohlgefallen habe, den sollt ihr hören!

Der Weg zur Versöhnung mit Gott ist von IHM selbst bestimmt. „Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf das alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Johannes 3, 16. Diese Aussage bewahrt auch die Menschen vor einem Missverständnis, die unseren Monatsspruch ohne weitere Kenntnis vom Wort Gottes lesen. Denn er sagt nicht aus, dass alle Menschen jetzt mit Gott versöhnt sind, vielmehr aber, dass der Weg zur Versöhnung allen Menschen zugänglich geworden ist. Wir haben vorher gelesen, was Jesus sagte: „Ich bin der Weg ...“. Ohne ein aktives Bekenntnis zu Jesus, in der Taufe bleibt der Mensch in der Gottesferne und somit in der Entfremdung von Gott. Versöhnung mit Gott ist nur durch Jesus Christus möglich. Von wem erfahren es die Menschen um uns herum? Verlassen wir uns auf die Redegewandten? Es geht nicht nur um die großen Missionsveranstaltungen, sondern um den vorgelebten und im Wort bezeugten Glauben an Jesus Christus vor den Ungläubigen, damit sie auf den Weg aufmerksam werden, der zur Versöhnung mit Gott führt: Jesus Christus.

Die Initiative zur Versöhnung mit Gott kommt von IHM selbst. Jesus gibt immer wieder den Hinweis, von IHM gesandt zu sein. Einige Aussagen Jesu sind hier eingearbeitet, die das belegen. Gott will die Entfremdung der Menschen von IHM beenden. Dazu befähigt und bevollmächtigt er immer wieder schwache und auch arme Menschen, die Botschaft weiterzusagen und die Sache voranzutreiben. So ist es eine große Freude: Gott war es, der in Christus die Welt mit sich versöhnt hat! Lasst uns dem Herrn die Ehre geben, indem wir diese Botschaft unter die Menschen bringen und die herzlich begrüßen, die dann ihre Herzen Jesus geben und die Versöhnung mit Gott erleben.

Karsten H.

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