Andacht Februar 2020

Ihr seid teuer erkauft; werdet nicht der Menschen Knechte. (1. Korinther 7,23)

Wem gehöre ich? Paulus erinnert daran, was allen an Jesus Christus gläubigen Menschen gilt: „Ihr seid teuer erkauft“! Diese Aussage spart nicht an Eindeutigkeit, denn „erkauft“ bedeutet, ich gehöre nicht mir selbst. Vor vierzig Jahren sagte ich ein „Ja“ zu Jesus und wurde getauft, aber mittendrin lebte ich einige Jahre meines Lebens so, als gehörte ich ihm nicht. Es war mir nicht mehr bewusst, was Paulus in 1. Korinther 6, 19 so formuliert hat: „… wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist, der in euch ist und den ihr von Gott habt, und dass ihr euch nicht selbst gehört?“ Denn wäre es mir bewusst gewesen, dann hätte ich darum gerungen, mich nicht dem hinzugeben, was dem Herrn missfällt.

Seitdem ist mir klar: Auch ein gläubiger Mensch kann verdrängen oder vergessen, was in 1. Petrus 1, 18-21 so eindeutig beschrieben ist: Ihr wisst, dass ihr nicht mit vergänglichem Silber oder Gold erlöst seid von eurem nichtigen Wandel nach der Väter Weise, sondern mit
dem teuren Blut Christi als eines unschuldigen und unbefleckten Lammes.“ Es liegt mir die Empfehlung am Herzen, Erinnerungen und Ermahnungen mit Freude anzunehmen und im Gebet zu prüfen, was im nächsten Schritt zu tun ist. Einige Christen ignorieren plötzlich
alles Gehörte und gehen einen eigenen Weg, sie verlassen die Gemeinde. Manche denken selbst von sich, sie glauben noch und merken nicht, wie weit sie sich entfernt haben. Darum lade ich heute jeden ein, noch wachsamer zu werden, durch das permanente Gebet, durch das Lesen und Nachforschen in der Bibel, durch das ständige Verinnerlichen des Wortes, das uns gegeben ist und durch ungeteilte Hingabe an Jesus Christus.  

Paulus ermahnt „werdet nicht der Menschen Knechte“. Es lohnt sich, genau hin-zusehen, wo wir heute in Gefahr stehen, Knechte der Menschen zu sein oder zu werden. Die Meinungsbildung wird heute stark beeinflusst durch Medien und soziale Netzwerke. Welchen Stellenwert hat Gottes Wort in unserer Meinungsbildung und Meinungsäußerung? Das Internet begegnet uns im Alltag ständig. Das Smartphone bekommt immer mehr Funktionen zugestanden. Alles scheint längst unverzichtbar zu sein oder zumindest bald zu werden. Dabei weiß ich nicht, was gefährlicher ist: Das Smartphone oder die Meinung, dass es ohne Smartphone nicht mehr geht. Wie gehen wir mit dieser Art von wachsender Abhängigkeit um, von der wir nicht wissen, was sie noch alles von uns abverlangen wird? Ich frage dieses auch mit einem Hinweis auf die extrem kurzen Wege zu Verführungen, die unserem Herrn nicht gefallen können.   

In allen Bereichen des Lebens, in Schule, am Arbeitsplatz und leider auch in Gemeinden, gibt es Menschen, die nach Macht und Ansehen streben und die Erfüllung von Erwartungen einfordern. Von Petrus und den Aposteln kennen wir den hilfreichen Ausspruch: Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen (Apg. 5,29). Tun wir das?    Im Umfeld des Monatsspruchs gibt Paulus zeitlose Empfehlungen zur Lebensführung, die deshalb auch heute Orientierung geben, nicht der Menschen Knechte zu werden:

  1. Gottes Gebote halten,
  2. In der Berufung bleiben.

Zu dieser Berufung gehört, was in Galater 3, 26-27 zu lesen ist: „Ihr seid alle durch den Glauben Gottes Kinder in Christus Jesus. Denn ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid, habt Christus angezogen.“  So komme ich mit dieser Wiederholung nun zum Abschluss: „Ihr seid teuer erkauft; werdet nicht der Menschen Knechte!“

Karsten H.

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